Ein andere Broschüre

Und wenn es OHNE besser wäre ?

Frauen un Tabak

Sind Sie Raucherin ? Dann kann diese Broschüre von Interesse für Sie sein. Sie wurde speziell für Frauen erarbeitet, die sich über das Rauchen und seine Folgen informieren möchten.

In dieser Broschüre finden Sie Informationen über die tabakbedingten Risiken für die Gesundheit, aber auch über die Vorteile eines Rauchstopps. Unser Motto? Durch die Bewusstmachung der gesundheitlichen Risken erhöht sich die Motivation, der Tabakabhängigkeit eine Ende zu setzen. Und wo die Abhängigkeit aufhört, beginnt die Freiheit!

Die nachfolgenden Informationen basieren auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Rechnung getragen wurde auch den Erfahrungen der am meisten betroffenen Personen: der Raucherinnen und Ex-Raucherinnen, die an unseren Umfragen und Hilfsprogrammen für einen Rauchstopp teilgenommen haben.

"Ich habe Angst zuzunehmen..."

Das ist die grösste Sorge der Frauen, und diese wird durch die Werbung stark gefördert. Mit der Anpreisung von langen, dünnen Zigaretten vermittelt die Tabakindustrie die ebenso perverse wie gefährliche Botschaft: "Rauchen Sie und Sie werden schlank und verführerisch sein". Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung muss ein Rauchstopp nicht zwangsläufig mit einer Gewichtszunahme einhergehen. Die Zunahme lässt sich mit einigen vorbeugenden Massnahmen durchaus unter Kontrolle halten. Dabei sind drei Punkte zu beachten: Verwendung eines nikotinhaltigen Medikaments, ein Mindestmass an Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Die Zigarette, die Waage und wir...

Nikotin spielt die Hauptrolle bei einem Gewichtsanstieg nach der Aufgabe des Tabakkonsums. Es stimuliert das sympathische Nervensystem (Motor der körperlichen Aktivität) und wirkt deshalb appetithemmend. Die Folge davon ist, dass man nach dem Ausstieg ein bisschen mehr ist (200-300 kalorien pro Tag). Wenn man zudem dazu neigt, den Mund anstelle der Zigarette mit kalorienreichen Süssigkeiten zu beschäftigen, sehen die Zahlen etwass anders aus...

Zudem bremst Nikotin die Ablagerung von Fett im Gewebe und erhöht auf künstliche Weise den Energieverbrauch. Eine starke Raucherin verbrennt deshalb ungefähr 200 kalorien mehr als eine Nichtraucherin. Zum Zeitpunkt des Ausstiegs entspricht das etwa der Kalorienmenge von eineinhalb Gipfeli.

Einige Zahlen:

Aufgrund der Wirkung von Nikotin auf den Organismus wiegen Raucherinnen durchschnittlich vier kilo weniger als Nichtraucherinnen.

Rauchen ist eine gefährliche Art der Gewichtskontrolle !

Ein Rauchstopp hat nicht (zwangsläufig) einen Gewichtsanstieg zur Folge !

"Wenn ich mit dem Rauchen aufhöre, werde ich einige kilos zunehmen..." Ein bekannter, ständig wiederkehrender Satz, der für viele Anwärterinnen auf ein tabkfreies Leben fast zur Obsession wir. Doch ein Gewichtsanstieg ist kein unabwendbares Schicksal: Ungefähr 30 Prozent der Personen, die mit dem Rauchen aufhören, nehmen kein Gramm zu! Mit einer angemessenen Anti-Kilo Strategie lässt sich die Zunahme auf ein absolutes Minimum reduzieren.

Erste Empfehlung: Geben Sie Gemüse, Obst und Eiweiss in ihren Ernährung den Vorzug und meiden Sie Süssigkeiten und Fett.

Eine weitere Anstrengung, die sich bezahlt macht: körperliche Betätigung. Dabei sind jedoch nicht Rekordleistungen anzustreben. Täglich eine halbe Stunde körperliche Aktivität, auch wenn sie auf mehrere Etappen von 10 Minuten verteilt wird, ermöglicht, pro Woche zusätzliche 1000 kalorien zu verbrennen. Treppe steigen, mit dem Hund raus gehen, Gartenarbeit, zügiges Gehen, Fenster putzen, Schnee schaufeln, mit den Kindern spielen: Die alltäglichsten, aber auch spielerischsten Beschäftigungen haben einen positiven Einfluss auf den Organismus, unter der Bedingung, dass sie jeden Tag wiederholt werden.

Wirksame Waffe gegen zusätzliche kilos: Die Behandlung mit einem nikotinhaltigen Medikament (Hautpflaster, Kaugummi, Nasenspray, Sublingualtabletten oder Inhalator) ermöglicht, das Problem der Gewichtszunahme dank der fortgesetzten Nikotinzufuhr hinauszuzögern. Ein eventueller Gewichtsanstieg erfolgt so erst nach Abschluss dieser Behandlung, d.h. etwa drei Monate nach dem Rauchstopp. Ein neues Medikament, Buproprion, vermindert ebenfalls die Gewichtszunahme nach der Aufgabe des Rauchens.

Zu beachten ist: All diese Medikamente ermöglichen, sich nur um ein Anliegen auf einmal kümmern zu müssen: Zuerst um den Rauchstopp, dann um das Gewicht. Ist das Problem der Abhängigkeit überwunden, lässt sich eine Strategie zur Gewichtskintrolle leichten umsetzen.

Von strengen Diäten ist abzusehen! Eine strenge Diät zahlt sich nicht aus. Denn wer abnimmt, "verbrennt" weniger Kalorien. Deshalb ist eine langsame Gewichtsreduktion besser. Lieber jeden Tag auf eine Portion Pommes Frites verzichten, als sich überhaupt nichts mehr gönnen. In der Regel stabilisiert sich das Gewicht sechs Monate nach dem Rauchstopp. Trotz der unternommenen Anstrengungen lässt sich manchmal eine leichte Gewichtszunahme nach dem Ausstieg nicht vermeiden. Auch wenn dies nicht einfach zu akzeptieren ist, halten Sie durch ! Denken Sie daran: Durch die Aufgabe des Rauchens haben Sie auf der ganzen Linie gewonnen: Haare und Kleider stinken nicht mehr nach abgestandenem Rauch, Ihr Atem riecht besser, die gelblichen Spuren an Fingern und Zähnen verschwinden und auch Ihren fahlen Teint sind Sie los. Die tabakfreie Verführung gab denn auch Anlass zu einem mittlerweilen berühmten Slogan: "Küsse eine Nichtraucherin und geniesse den Unterschied!".

Fassen wir zusammen:

Da die Gewichtszunahme grösstenteils auf die gestoppte Nikotinzufuhr zurückzuführen ist, kann die Zunahme mit nikotinhaltigen Medikamenten hinausgeschoben werden. Buproprion zögert den Gewichtsanstieg ebenfalls hinaus.

Der Gewichtsanstieg nach dem Rauchstopp schwächt sich mit der Zeit tendenziell ab.

Alle (guten) Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören.

Husten, schlechten Atem, Gestank nach abgestandener Asche, fahler Teint, die Last der Abhängigkeit, ja aber... Es gibt immer viele "schlechte gute" Gründe, um sich weiterhin zu vergiften. Doch die Zahlen sprechen Klartext und die Folgen sind ebenso unausweichlich wie beunruhigend. Seit zwei Jahrzehnten tragen die Frauen massgeblich dazu bei, dass die Zahl der Lungenkrebsopfer stetig ansteigt.

Schlimmer als Brustkrebs! Aufgrund der Tabakepidemie werden in der Schweiz die Frauen bald häufiger vorzeitig an Lungenkrebs als an Brustkrebs sterben! Das ist beängstigend, wenn man bedenkt, dass Brustkrebs bei uns bereits beinahe 10% der weiblichen Bevölkerung trifft und diese Krebsart öfter heilbar ist als Lungenkrebs.

Epidemie bei den Frauen

Ein trauriger Rekord in den industrialisierten Ländern: die Frauen sind auf dem besten Weg, die Männer in ihrem Tabakkonsum einzuholen.

Vor der Emanzipation der Frauen war der Tabakkonsum ganz klar Männersache. Einige Jahrzehnte später lässt sich eine Umkehr der Tendenz feststellen. In einiger Ländern, darunter auch di Schweiz, ist die Zahl der jungen Frauen, die mit dem Rauchen beginnen, bereits grösser als diejenige der jungen Männer. Einige Zahlen: Bei uns rauchen 27% der Frauen regelmässig. Der Anteill der Raucherinnen unter den weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen ist im Verlauf der vergangenen Jahre explosionsartig angestiegen. Man schätzt, dass bei den 16-Jährigen 28% der Mädchen und 23% der Jungen mindestens einmal pro Woche rauchen.

Auch Frauen sterben infolge des Tabakkonsums

Das ist gleichzeitig eine mathematische und dramatische Erkenntnis. Die Zahl der Raucherinnen hat im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte regelmässig zugenommen. Ergebnis: Der Anteil der vorzeitigen tabakbedingten Todesfälle (Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen usw.) ist bei den Frauen in ständiger Zunahme begriffen, während dieser Anteil bei den Männern leicht rückläufig ist. Frauen, die rauchen wie Männer, sterben wie Männer.

In der  Schweiz sind bei den Frauen 5% und bei den Männern 20% aller Todesfälle auf den Tabakkonsum zurückzuführen. Warum dieser Unterschied ? Die Frauen entdeckten die Zigarette viel später als die Männer. Erst in der Zeit der Emanzipation in den 60er Jahren begannen die Frauen in grossen Massen zu rauchen. Da die schwerwiegenden Gesundheitsprobleme in der Regel nach einer Rauchdauer von 20 bis 30 Jahren auftreten, betrafen die tabakbedingten  Todesfälle bis zu Beginn der 80er Jahre fast nur die Männer.

Doch diese männlich "Ueberlegenheit" wird nicht anhalten. Heute rauchen mehr Mädchen als Jungen, und in der kommenden Jahren ist mit einer starken Zunahme der Mortalität bei den Frauen zu rechnen, vor allem bedingt durch Lungenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen.

Andere, häufiger auftretende Krebsarten

Abgesehen von Lungenkrebs erhöht der Tabakkonsum auch die Risiken, an anderen Krebsarten zu erkranken:

Schlechte Neuigkeiten von Seiten des Herzens

Herzinfarkte sind nicht, wie oft angenommen, nur Männersache. Viele wissen nicht, dass Herz-Kreisllauferkrankungen bei Frauen die Haupttodesursache darstellen. Gründe für eine solche Erkrankung sind: Alter, Tabakkonsum, Ernährung, Bewegungsmangel, Bluthochdruck und Diabetes.

Raucherhusten

Husten und chronische Bronchitis sind oft das Los der raucherinnen. Der Grund dafür? Rauchen behindert eine entscheidende Aufgabe des Organismus: die Selbstreinigung der Bronchien, sichergestellt durch die wellenartige Bewegung der Flimmerhärchen. Zuerst wird dieses raffinierte System durch den Tabakrauch lahmgelegt, dann zerstört. Durch die Ablagerung der Rauchbestandteile nimmt die Schleimbildung zu und die kleinsten Atemwege werden zusammengezogen und schliesslich verstopft. Oft ist das Ergebnis chronischer Husten, weil sich der Körper von diesem Schleim zu befreien versucht. Die erhöhte Schleimbildung ist ebenfalls ein ideales Terrain für Infektionen, die wiederum Entzündungen zur Folge haben können. Mittelsfristig kann sich so eine chronische Bronchitis entwickeln.

Zerstörte Lunge Bei den Raucher/innen lässt sich oft ein Übermass an Elastase feststellen, ein Produkt, das die Lunge zerstört. Bei Raucher/innen, die ihrer Lungen jahrelang Schaden zufügen, besteht das Risiko einer Lungenemphysems. Dabei handelt es sich um eine irreversible teilweise Zerstörung der Lunge. In diesem Stadium ist die Gesundheit stark gefährdet.

Der Tabakkonsum beschädigt auch eine anderes natürliches Reinigungssystem, für das Spezialzellen, die Makrophagen, zuständig sind. Mikroben und Verunreinigungen werden bei Raucher/innen deshalb schlechter eliminiert, wodurch es zu Lungeninfektionen kommen kann.

Das Taschentuch beweist es … Rauchen Sie eine Zigarette durch ein weisses Taschentuch und Sie werden sehen, wie viele Rauchbestandteile in Ihre Lunge gelangen. Diese Bestandteile enthalten zahlreiche krebserzeugende und reizende Stoffe. 

Das Zigarettenpapier wird bei der Herstellung zudem mit giftigen chemischen Stoffen behandelt. Verbrennen Sie ein Zigarettenpapier, atmen Sie den Rauch ein und Sie werden feststellen, das diese Produkte eine starke Reizwirkung haben.

Störungen im weiblichen Zyklus

Raucherinnen fehlt es an Östrogenen (weiblichen Hormonen). Zwei Gründe sind dafür verantwortlich: Zum einen hemmt der Tabakkonsum die Östrogensekretion und zum andern wirkt er auf die Leber, was eine beschleunigte Zerstörung dieser Hormone zur Folge hat.

Die Folgen? Raucherinnen leiden öfter an Zyklusstörungen (unregelmässige und schmerzhafte Mensturation). Der Östrogenmangel hat ebenfalls negative Auswirkungen auf Brust, Gebärmutter und Fötus.

Risiken im Zusammenhang mit der Antibaby-Pille

Die Antibabypille und die Zigarette ergänzen sich äusserst schlecht. Raucherinnen, die die Pille nehmen, gefährden ihre Gesundheit, vor allem Frauen über 35 Jahre. Bei ihnen steigt das Risiko einer Thrombose (Blutpfropfen, der die Venen verstopft) und eines Herzinfarkts oder Hirnschlags deutlich.  Bei der Mini- Pille mit einem tiefen Östrogengehalt nimmt dieses Risiko ab, ohne jedoch vollständig zu verschwinden. Ausserdem ist das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft viel grösser bei Raucherinnen, die vor der Schwangerschaft die Pille nahmen.

Frauen, die die Pille nehmen, wird daher dringend vom Rauchen abgeraten!

Rauchen für zwei...

Rauchen während der Schwangerschaft ist schäddlich für den Fötus. Die Auswirkungen des Passivrauchens im Mutterleib sind zahlreich:

Das Nikotin durchdringt die Plazenta und wird folglich vom Fötus absorbiert.

Es ist nie zu spät... Ja, es lohnt sich immer mit dem Rauchen aufzuhören, auch wenn Sie bereits schwanger sind. Die Aufgabe des Rauchens vermindert die Risiken für Mutter und Kind um ein Vielfaches.

Das Risiko eines plötzlichen Kindstodes ist dreimal so hoch, wenn die Mutter während der Schwangerschaft oder nach der Geburt raucht.

Stillen bei Raucherinnen

Es gibt zwei Gründe, warum Frauen während dem Stillen  nicht rauchen sollten: Raucherinnen haben weniger Milch als Nichtraucherinnen (ungefähr einen Viertel weniger), und das Nikotin gelangt in die Muttermilch.

Doch auch rauchende Mütter sollten stillen. Warum ? Zahlreiche Substanzen, die wichtig sind für die Entwicklung des Kindes, sind nur in der Muttermilch enthalten. So enthält diese wertvolle Antikörper, die den Säugling gegen Infektionen schützen. Ausserdem ist bei gestillten Kindern das Allergierisiko kleiner. Schliesslich wirkt sich Stillen auch positiv auf die Beziehung zwischen Mutter und Kind aus, da es die affektive Bindung zwischen ihnen fördert.

Auf das Stillen sollten Sie trotzdem nicht verzichten ! Nikotin gelangt sehr rasch ins Blut. Um den Schaden in Grenzen zu halten, sollten Raucherinnen deshalb erst nach dem Stillen rauchen. Zweite Vorsichtsmassnahme: Nie in der Nähe des Kindes rauchen, sondern immer in einem anderen Raum.

Rauchende Eltern - hustende Kinder

Kinder, die in einem Raucherhaushalt aufwachsen, sind die frühesten Opfer des Passivrauchens. Die Risiken ? Sie leiden in den ersten Lebensjahren öfter an Atembeschwerden.

Vorzeitige Menopause

Wie wir bereits früher gesehen haben, hat Rauchen einen Einfluss auf den Hormonhaushalt der Frauen. Davon ist auch die Menopause betroffen.

Beschleunigter Alterungsprozess

Rauchen ist schlecht für den Teint. Nach dem Rauchen bleiben die äusseren Blutgefässe, die die Haut mit Blut versorgen, während mehrerer Minuten zusammengezogen. Mit anderen Worten, die Zirkulation und die Sauerstoffversorgung des Blutes sind reduziert und somit wird die Haut schlechter mit Blut versorgt. Mit der Zeit verliert die Haut an Elastizität, sie altert schneller und wird faltiger, insbesondere um den Mund. Auch Dehnungstreifen treten bei Raucherinnen häufiger auf. Diese "traurige" Tabelle lässt sich noch fortsetzen: Der Tabakrauch verursacht schlechten Atem, verfärbt die Zähne gelblich und haftet an Kleidern und anderen Stoffen, wie es kein Parfüm vermag.

Wer raucht, atmet schlechter: Liegt die Atemkapazität im Alter von 20 Jahren bei 100%, beträgt sie bei den 70-jährigen Nichtraucher/innen noch 60%, bei den Raucher/innen hingegen nur noch 40%.

Die irreführenden Begriffe "mild", "light" und "ultra-light"

Das Rauchen von milden, leichten oder ultraleichten Zigaretten ist nicht, wie oft angenommen, weniger gefährlich. Die Tabakfabrikanten verstehen es wie niemand sonst, mit unserer Sucht zu spielen. Nicht nur, dass die sogenannten Light-Zigaretten nicht weniger schädlich sind, sonern sie verursachen eine andere Lungenkrebsart (Adenokarzinom), deren Prognose genauso schlecht ist.

Um ihr Nikotinbedürfnis abzudecken, neigen Raucher/innen von Light-Zigaretten dazu, mehr zu rauchen und intensiver an der Zigarette zu ziehen. Man bedenke, dass die pharmakologische Nikotinabhängigkeit zu immer tieferem Inhalieren führt.

Dieses Kompensationsverhalten ist nicht ohne Gefahren: Dadurch werden die Lungenbläschen und die kleinen Bronchien grossen Mengen giftiger Rauchbestandteile ausgesetzt. Dies erhöht das Risiko, dass sich in den äusseren Lungenregionen ein bösartiger Tumor in der Art des Adenokarzinoms bildet.

Vorsicht vor täuschenden Angaben!

Die Angaben des Nikotin- und Teergehalts auf den Zigarettenpäckchen entsprechen nicht der Realität. Denn in Wahrheit geben diese Zahlen den Gehalt im Rauch und nicht denjenigen im Tabak an. Es gilt zu beachten, dass die Messungen des Nikotin- und Teergehalts mit Maschinen erfolgen und dass der menschlichen Praxis folglich nicht Rechnung getragen wir.

Unglaublich, aber wahr! Alle Zigaretten, einschliesslich der Light-Zigaretten, enthalten ungefähr die gleiche Menge Nikotin! Interne Dokumente der Tabakindustrie, die in kürzlichen Prozessen in den USA veröffentlicht wurden, haben ans Licht gebracht, dass die Zigarettenfabrikanten die Tests mit der Herstellung von "elastischen" Zigaretten manipulieren. Im Klartext heisst das, dass diese Zigaretten Raucher/innen mit grossen Nikotinmengen versorgen, während sie an die Maschinen zur Festlegung des Nikotingehalts im Rauch nur kleine Mengen abgeben. Jeder Trick ist willkommen...

Abhängig von der Zigarette? Ja!

Eine Tatsach, die oft unterschätzt wird: Zigaretten erzeugen eine starke körperliche Abhängigkeit. Und genau das ist der Grund, warum Raucher/onnen weiterhin rauchen. Sie stillen ihren Nikotinmangel, indem sie sich eine neue Zigarette anstecken. Zur Erinnerung: Man spricht von Abhängigkeit, wenn man die Kontrolle über den Konsum einer Substanz verloren hat und diese Substanz trotz der negativen Folgen, die sie verursacht, weiterhin konsumiert. Die Tabaksucht entspricht dieser Definition voll und ganz.

Zu erwähren ist weiter, dass das in den Zigaretten enthaltene Nikotin mit unglaublicher Geschwindigkeit ins Gehirn gelangt (in weniger als sieben Sekunden). Dort kommt es zu einem regelrechten "shoot", auch "Impakt" oder positive Verstärkung genannt. Genau wegen dieses "Nikotinhöhepunkts" wird Rauchen als Vergnügen erlebt, und so kommt es zur Abhängigkeit. Jede gerauchte Zigarette nährt und fördert diese Abhängigkeit, und die Rauchenden werden immer stärker an die Zigarette gekettet.

Die Zigarette, eine schlechte Gefährtin

Warum rauchen Frauen? Weil sie tabakabhängig sind und sie das (kurzanhaltende) Vergnügen suchen, das ihnen die Zigarette bereitet... Frauen können die Zigarette auch als "Unterstützung" erleben, weil sie ihnen das Gefühl vermittelt, Stress und depressive Verstimmungen besser bewältigen zu können. Doch machen wir uns nichts vor: Wenn die Zigarette eine scheinbar beruhigende Wirkung hat, dann vor allem, weil sie den abhängigkeitsbedingten Nikotinmangel ausgleicht.

Gefährliche Selbstmedikation Depressive Personen sind oft zigarettensüchtig. Diese Abhängigkeit kann als bewusster oder auch unbewusster Versuch der Selbstmedikation angesehen werden. Beim Rauchen wird ein Neurotransmitter, das Dopamin, freigesetzt, das eine stimulierende Wirking auf das Gemüt hat. Wie stark diese Wirkung ist, wird beim Ausstieg deutlich. Zusammen mit der Reizbarkeit und der Angstlichkeit sind depressive Verstimmungen häufig beobachtete Symptome im Zusammenhang mit dem Rauchstopp.

Frauen sagen oft, dass Rauchen ihnen helfe, mit Einsamkeit, Traurigkeit, Schmerz, Wut und Frustration fertig zu werden. Das ist der Grund, warum Frauen, die die Abhängigkeit überwunden haben, in Stresssituationen oder bei negativen Erlebnisse versucht sind, wieder mit Rauchen zu beginnen. Es ist daher wichtig, andere Mittel (Entspannung, Psychotherapie...) zu finden und zu lernen, diese Schwierigkeiten zu bewältigen, ohne zur Zigarette zu greifen.

Die kurzfristige "Unterstützung" durch die Zigarette hat einen hohen Preis, wenn man an die schwerwiegenden Gesundheitsrisiken denkt.

Rauchen ist Stress! Zahlreiche Raucherinnen haben den Eindruck, Rauchen würde ihnen helfen, Stress zu bewältigen. So einfach ist es aber nicht. Denn die Zigarette selber ist ein Stressfaktor. Man denke dabei nur an die durch den Nikotinmangel bedingten Symptome: Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Deprimiertheit, dringendes Bedürfnis zu rauchen. Eine kürzlich durchgeführte Studie geht sogar noch weiter. Danach ist es der Tabak, der die Ängstlichkeit auslöst, und nicht umgekehrt. Rauchen erhöht das Risiko einer Panikattacke um das 16fache. Die Ursache dafür ist die angstauslösende Wirkung des Nikotins gepaart mit Atemstörungen.

Es lebe die Freiheit!

Egal wie alt Sie sind und wie lange Sie geraucht haben: Sich aus der Macht der Zigarette zu befreien, ist IMMER gut für ihre Gesundheit. Und vorteilhaft für ihr Portemonnaie... Nach einem Jahr Nichtrauchen haben Sie stattliche 1700 Franken gespart, wenn Sie zuvor ein Päckchen pro Tag rauchten.

§

Die kurz-, mittel- und langfristigen Vorteile eines rauchfreien Lebens

Nach:

8 Stunden Die Sauerstoffversorgung des Blutes ist wieder normal.

Das Risiko eines Herzinfarkts beginnt bereits abzunehmen. 

24 Stunden Das Kohlenmonoxyd ist aus dem Körper verschwunden.

I hr Atem riecht angenehmer.

Die Lunge beginnt Schleim und Teer auszuscheiden.

Das Risiko von Atemwegsinfektionen, wie Bronchitis und Lungenentzündung, ist bereits rückläufig.

48 Stunden Im Blut ist kein Nikotin mehr nachweisbar.
1 woche Geschmacks- und Riechsinn verbessern sich.
3-9 Monate Die Atmung wird besser (weniger Husten, mehr Atemkapazität).

Die Lungenfunktion verbessert sich um 5 bis 10%.

1 Jahr Das Risiko von Herzerkrankungen (z.B. Infarkt) ist nur noch halb so gross.
5 Jahre Das Risiko eines Schlaganfalls hat um die Hälfte abgenommen.

Das Risiko von Mund-, Speiseröhren- und Blasenkrebs ist nur noch halb so gross.

10 Jahre Das Lungenkrebsrisiko hat um die Hälfte abgenommen.

Das Risiko eines Hirnschlags erreicht wieder den gleichen Stand wie bei den Nichtraucher/innen.

15 Jahre Das Risiko von Herzerkrankungen (z.B. infarkt) ist wieder gleich gross wie bei den Nichtraucher/innen.

Die Sterblichkeit (alle Ursachen zusammen) entspricht fast wieder derjenigen der Personen, die nie geraucht haben.

 
Lernprozess des Aufhörens Das Rauchen aufgeben ist nicht einfach: Durchschnittlich sind vier bis fünf Aufhörversuche nötig, bis es gelingt. Doch diese Versuche gefolgt von Rückfällen sind nicht als Versage zu deuten. Im Gegenteil, sie sind Schritte im Lernprozess des Aufhörens. Oder anders gesagt, bei jedem neuen Versuch lernt man dazu, und die Chancen, dass es das nächste Mal gelingt, steigen.

Welche Vorteile bringt ein Rauchstopp insbesondere für die Frauen ?

Nikotinhaltige Medikamente sind zuverlässige Verbündete

Warum nicht alle Möglichkeiten für einen erfolgreichen Ausstieg ausschöpfen ? Die nikotinhaltigen Medikamente können Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen. Und vor allem, vergessen Sie nicht, dass es möglich ist, von der Zigarette loszukommen. Sie können das genauso schaffen, wie es Viele vor Ihnen geschafft haben.

Die Vorteile der nikotinhaltigen Medikamente:

Nikotinhaltige Hautpflaster, Nasenspray, Inhalator und Sublingualtabletten reduzieren die Beschwerden im Zusammenhang mit dem Nikotinmangel oder bringen sie sogar ganz zum Verschwinden (dringendes Bedürfnis zu rauchen, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Depression, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhter Appetit und Gewichtsanstieg). Diese Produkte erleichtern den Rauchstopp und machen ihn angenehmer.

Eine Therapie mit Nikotinprodukten ist auch bei schwangeren Frauen, die es sonst nicht schaffen, das Rauchen aufzugeben, gerechtfertigt, und zwar aus folgenden Gründen: Das medikamentöse Nikotin ersetzt das in den Zigaretten enthaltene Nikotin nur teilweise und ermöglicht der schwangeren Frau zudem, den Fötus vor den übrigen giftigen Substanzen des Tabakrauchs zu schützen.

Nikotinhaltige Medikamente sind NICHT gefährlich. Nikotin ist nicht krebserzeugend. Wir empfehlen Ihnen wärmstens, diese Produkte zu verwenden, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen.

Doppelte Nikotinzufuhr ? Rauchen, wenn gleichzeitig Nikotinprodukte verwendet werden, ist nicht gefährlicher als Rauchen ohne Verwendung solcher Produkte. Denn die Schädlichkeit des Tabakrauchs für Herz und Gefässe ist nicht in erster Linie auf das Nikotin, sondern auf die anderen Rauchbestandteile, wie das Kohlenmonoxid, zurückzuführen.

Ein neues Medikament erleichtert ebenfalls den Ausstieg: Buproprion

Bupropion ist in erster Linie ein Antidepressivum, das in den Vereinigten Staaten seit einem Jahrzehnt eingesetzt wird. Man hat festgestellt, dass depressive Patientinnen und Patienten unter Buproprion deutlich weniger rahchen. In der Zwischenzeit wurde dieses Medikament in der Schweiz für die Tabakentwöhnung zugelassen, auch für nicht depressive Raucher/innen.

Dieses neue Medikament ermöglicht eine ähnliche Erfolgsquote wie die nikotinhaltigen Ersatzprodukte. Gleich wie diese Produkte verdoppelt es die Chancen, den Ausstieg zu schaffen. Buproprion enthält kein Nikotin, wirkt aber auf die gleichen Hirnregionen wie Nikotin. Die Auswirkungen? Es stoppt die Lust auf das Rauchen, mildert die durch den Nikotinmangel bedingten Beschwerden und zögert die Gewichtszunahme infolge des Rauchstopps hinaus.

Buproprion ist nur auf ärztliche Verordnung erhältlich, denn es verursacht Nebenwirkungen; eine ärztliche Betreuung ist daher erforderlich. Weiter darf dieses Medikament Personen, die an Epilepsie leiden oder psychotrope Stoffe einnehmen, nicht verschrieben werden. Da die Wirkung von Buproprion erst nach einer Woche einsetzt, muss mit der Einnahme sieben Tage vor dem festgelegten Ausstiegstag begonnen werden. Das bedingt, dass die Betroffenen zuvor mit Ihrer Ärztin oder ihrem Arzt einen genauen Aufhörplan festlegen und die Nachbehandlung besprechen. Die Behandlung dauert sieben bis neun Wochen. Informationen sind erhältlich unter: www.stopnow.ch und www.zyban.com.

Das Rauchen aufgeben ist möglich !

Ungefähr 440 000 Schweizerinnen und 3,7 Millionen Französinnen sind heute Ex-Raucherinnen. Sie sind genauso fähig wie diese Frauen, mit dem Rauchen aufzuhören !

Einige Hinweise, die Sie auf dem Weg zum Erfolg weiter bringen:

Wenn Sie in der Vergangenheit an einer Depression erkrankt sind, konsultieren Sie eine Ärztin oder einen Arzt, bevor Sie mit dem Rauchen aufhören.

Und die Alternativmedizin? Für Akupunktur, Aurikulo-Akupunktur, Laser-Akupunktur, Homöopathie, Hypnose und Silberacetat-Produkte besteht keine nachgewiesene Wirksamkeit für die Tabakentwöhnung. Doch es kann nützlich sein und als Unterstützung dienen, sich die Ratschläge einer Naturheilpraktikerin oder eines Naturheilpraktikers anzuhören und zu befolgen.

Diese Broschüre wurde erstelle vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Genf mit der Unterstützung des Sozial- und Gesundheitsdepartements des Kantons Genf (Département de l'Action sociale et de la santé du canton de Genève; Direction Générale de la santé), "Médiane" und des Schweizerischen Nationalfonds für Wissenschaftliche Forschung.

Autorenteam: Jean-François Etter, Leiter Lehre und Forschung am ISPM Genf sowie Leiter des Programms stop-tabac.ch, und Suzy Soumaille, medizinische Journalistin.

Illustration: Simon

Layout: CopyQuick Printing Center

September 2002

Wo erhalte ich Hilfe und Informationen zum Thema Rauchstopp ?

Internet

Rauchersprechstunden

Beratungsstellen

Gesamtschweizerische Beratungsstellen

Kantonale Beratungsstellen

Aargau

Beide Basel

Bern

Freiburg

Glarus

Graubünden

Luzern/Innerschweiz

Solothurn

Schaffhausen

St. Gallen

Thurgau

Zug

Zürich

Stressbewältigung

Broschüren und Bücher:

Beziehen Sie gratis unsere Broschüren und individuelle Tipps

Die meisten Raucherinnen und Raucher durchlaufen fünf Etappen (Stadien), bevor sie definitiv Ex-Raucher/innen werden. Wir haben für jedes Stadium eine Broschüre entwickelt und eine zusätzliche Broschüre für Personen, die nach einem Aufhörversuch wieder mit dem Rauchen begonnen haben (Rückfall). Weiter können Sie individuell auf ihr Rauchverhalten zugeschnittene Tipps anfordern, die aufgrund eines von Ihnen ausgefüllten Fragebogens erstellt werden. Diese Unterlagen sind bis 10 Ex. GRATIS erhältlich.

Bitte einsenden an:

Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz. Effingerstrasse 40, 3001 Bern.

per Fax 031.389.92.60. Via Internet: www.zielnichtrauchen.ch.

Name: ...............

Vorname: .........

Strasse: ..........

PLZ.......Ort: ........

Beschreibung Titel Anzahl
Unentschiedenheit: Sie denken nicht ernsthaft daran, das Rauchen aufzugeben Ich rauche Ex.
Abwägen: Sie denken ernsthaft daran, das Rauchen in den nächsten sechs Monaten aufzugeben Aufhören wäre schon gut... Ex.
Vorbereitung: Sie sind entschlossen, das Rauchen in den nächsten vier Wochen aufzugeben Ich plane den Ausstieg Ex.
Handeln: Sie haben das Rauchen vor WENIGER als sechs Monaten aufgegeben Ich rauche nicht mehr Ex.
Konsolidierung: Sie haben das Rauchen vo MEHR als sechs Monaten aufgegeben Ich bleibe dabei! Ex.
Rückfall: Sie haben nach einem Aufhörversuch wieder mit Rauchen angefangen Rückfall: was tun ? Ex.
Broschüre Frauen und Tabak Und wenn es OHNE besser wäre? Ex.
Informationsblatt über die nikotinhaltigen Medikamente (Hautpflaster, Kaugummi, Nasenspray, Inhalator, Sublingualtabletten) Nikotinhaltige Medikamente Ex.
Fragebogen für individuelle Tipps zum Rauchstopp, die ausgehend von der persönlich Situation der betroffenen Person erstellt werden (Motivation, Abhängigkeit, Einstellung usw.) Fragebogen Ex.

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